30xFreiburgx30
Bilder&Geschichten über 900 Jahre Freiburg


DANKE an alle, die da draußen ihr Leben und das ihrer Liebsten riskieren!

DANKE an alle, die zu Hause bleiben, sich an die Schutzmaßnahmen halten und nicht das Leben anderer riskieren!

DANKE an alle, die Ihr so dafür sorgt, daß nach der Pandemie hoffentlich alles wieder gut und so manches noch besser werden kann!

Ihr alle seid Helden - denn Ihr rettet das Leben so vieler Eurer Mitmenschen!



Willkommen bei 30xFreiburgx30 - Bilder&Geschichten über 900 Jahre Freiburg

von Marian Zdeb

Hier finden Sie Bilder und Geschichten zu ausgewählten denkwürdigen Begebenheiten rund um die Geschichte der Stadt Freiburg im Breisgau.

Die Bilder erinnern an historische Ereignisse, die für die Entwicklung der Stadt und für die in ihr lebenden Menschen von größerer oder kleinerer Bedeutung waren, noch sind oder wieder werden können.

Die Geschichten skizzieren und kommentieren das auf den Bildern sichtbar gemachte Geschehene und sind als Anregungen für die Leser zu verstehen.

Wer sich auf den Weg macht und die abgebildeten Motive aufsucht, in Augenschein nimmt und die hier erzählten Geschichten hinterfragt, kann sich sein eigenes Bild von der Geschichte Freiburgs machen. Im erhofften günstigsten Fall animieren und motivieren die Bilder&Geschichten über 900 Jahre Freiburg dazu, einige der immer noch allgegenwärtigen Spuren der Freiburger Geschichte und die dahintersteckenden unzähligen Geschichten und Geschichtchen selbst zu erforschen. Und wer Familienangehörigen, Freunden und Bekannten von diesen Eindrücken erzählt, hält die Freiburger Geschichte mit ihren Geschichten und Geschichtchen eindrücklicher am Leben als so manches Geschichtsbuch dies vermag.

Gleichwohl kann ein jeder Blick in eines der unzähligen hervorragenden Bücher über Freiburgs Geschichte ein althergebrachtes Stadtbild aus Fassaden, Dächern, Türmen, Gassen und Bächle in ein facettenreiches Mosaik geschichtsträchtiger Hinterlassenschaften verwandeln. Und die Lektüre solcher wunderbaren Bücher bereichert nicht nur das gewohnte Stadt-, sondern auch manch liebgewonnenes Geschichtsbild. Im schlimmsten Fall droht die Erkenntnis, dass die eigene Überzeugung vom Zusammenhang geschichtlicher Ereignisse schon festgefahren und unumstößlich ist. Glücklicher hingegen darf sich schätzen, wer enttäuscht und betroffen vor einem geschlossenen Geschichtsbuch steht und ob all der offenen Fragen nach weiteren Geschichtsbüchern Ausschau hält. Und eines bleibt gewiss: Geschichte kennt kein letztes Wort - auch nicht die Freiburger. 

Und wer die Freiburger Geschichte mal hautnah nach- und miterleben will und sich noch nicht auf eine der fantastischen Zeitreisen begeben hat, die von den Anbietern historischer Stadtführungen so liebevoll bis ins kleinste Detail geplant und von begeisternden Schauspielern realisiert werden, sollte sich so bald als möglich dieses Vergnügen gönnen. Anschaulicher, ergreifender und überzeugender können zumeist Jahrhunderte zurückliegende Geschichten wohl kaum vergegenwärtigt und vermittelt werden.   

Und in den 9 Jahrhunderten seit der Stadtgründung Freiburgs ist nicht nur viel Wasser die Dreisam hinab geflossen und sowohl Sonne als auch Mond hundert Tausende Male auf- und untergegangen. Die Stadt Freiburg hat seither auch etliche historische Stürme, Erdbeben, Feuersbrünste, Seuchen und Epidemien erlebt. Einige der Spuren, die sie hinterlassen haben, können hier in Bilder und Texte gefasst nachempfunden werden.

Zu jedem Jahrhundert der Freiburger Stadtgeschichte wurden jeweils zwei Motive fotografiert und kommentiert. Sie wurden mit historischen Mittelformatkameras aus 9 Jahrzehnten des 20. Jahrhundert auf jeweils 1 120er Rollfilm festgehalten. Für die Zeit vor der Stadt- und Marktgründung Freiburgs wurden 2 Bilder mit 2 Lochkameras aufgenommen.

So kommen 11 Kameras, 20 Motive, 20 Bilder und 20 Geschichten zusammen und bilden gleichzeitig ein kleines Kaleidoskop zur Geschichte der Fotografie ab.   

Als Hommage an dieses 900-jährige Jubiläum wurde für die Fotodrucke das Format 30x30=900 gewählt.

Die Preise für eines der Bilder, mehrere oder alle mit oder ohne dazu passender Geschichte mit oder ohne Rahmen in einem Buch zusammengebunden oder als Gesamtinstallation mit oder ohne die Kameras bewegen sich zwischen 900 Cent und 900 Tausend Euro, sodass hoffentlich für jeden was dabei ist. Das aktuelle Angebot von den Bildern über einen Fotokurse für Gruppen, Paare und Einzelpersonen bis hin zur Beratung beim Kauf einer Mittelformatkamera und dazugehöriger Fotoausrüstung können Sie gerne per email erfragen.

Unverkäuflich bleiben die Negative, auf denen das Licht für die Bilder gebannt und verewigt worden ist.

Viel Freude beim Schauen, Lesen, Mit- und Nachdenken sowie Nach- und Mitfühlen!


 

 


Kein Lebensretter

Am Abend des 27.11.1944 legt sich ein Bombenteppich über Freiburg. Die Stadt versinkt über Nacht in Schutt und Asche. Im Morgengrauen steigt das Münster wie Phönix aus einem Trümmermeer empor.

Wie konnten Menschen dies Inferno überleben?

Ein schnatternder Erpel warnte die Anwohner des Stadtgartens vor den herannahenden Fliegern, ehe die Luftschutzsirenen ertönten - so erzählt man sich bald in Freiburg.

Der vorlaute Vogel erfreut sich stetig wachsender Beliebtheit. Keine zehn Jahre nach dem todbringenden Luftangriff wird im Stadtgarten ein tönerner Enterich auf den Sockel gestellt - und vom Oberbürgermeister gar zum Mahnmal für den Erhalt des Weltfriedens verklärt.

Ein Federvieh der größte Kriegsheld Freiburgs?

Frei erfunden hatte die Betreiberin einer Pension am Stadtgarten den tierischen Lebensretter.

Entglorifiziert pflästert er weiter den Schmerz der Schreckensnacht. Der fiktive Star reckt den Hals stur mahnend gen Himmel.

Sichtlich nagt an ihm der Zahn der Zeit und hat bereits beide Schnabelspitzen abgeknabbert. 


9. Jahrhundert der Freiburger Stadtgeschichte festgehalten mit einer Kiev 88 aus den 1990ern + Standardobjektiv MC Volna-3 2.8/80 auf Ilford FP4+ und Cinestill 50D



Ein Lebensretter                  

Friedrich flüchtet 1938 aus Nazideutschland ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten, wird dort Fred und zum Spion ausgebildet.

Bei einem Himmelfahrtskommando fliegt kurz vor Kriegsende seine Tarnung auf.

Die Gestapo foltert Fred. Statt seine Kameraden zu verraten, rettet er mit viel Mut und noch mehr Chuzpe sein Leben - und Fred überzeugt Gauleiter Hofer, Innsbruck ein Blutbad zu ersparen und sich den heranrückenden US-Truppen zu ergeben.

Freds Andenken bewahrte ein Kinofilm aus Hollywood vor dem Vergessen.

Ein Inglourious Basterd war er aber nie. Für immer bleibt er ein Sohn Freiburgs - der beste, den die Stadt bislang hervorgebracht hat?

Im Vergleich zum Denkmal im Stadtgarten für Freiburger, die auf Befehl des Führers morden mussten - oder auch wollten, fällt Freds Stolperstein vor dem Haus seines Vaters und Großvaters verschwindend klein aus.

Aber ein jeder kann sich hier vor einem wahren Helden verneigen, den Stolperstein putzen, polieren und dafür Sorge tragen, dass der Name Fred Mayer auf ewig in goldenem Glanz erstrahlt.





Gipfeltreffer

Wo sich 100 Jahre zuvor Leichen Tausender seiner Landsleute türmten, bezieht ein Mann auf dem Vorhof einer Kapelle seinen Logenplatz.

Im Schloss Munzingen speist und nächtigt er - auf der Anhöhe goutiert er die Kriegskünste seiner Soldaten.

Freiburg liegt ihm hier wie ein Schachbrett ausgebreitet zu Füßen.

Plötzlich zischt eine Kanonenkugel an der gaffenden Hoheit vorbei – abgefeuert von einem österreichischen Kanonier.

Ein Eklat!

Berittene Kuriere überreichen Freiburgs Verteidigern eine Protestnote: 

Frankreichs König Louis XV. lasse das Gotteshaus zusammenschießen, wiederholt sich der Verstoß gegen seine Abmachung mit dem österreichischen Oberbefehlshaber, den Feldherrenhügel nicht zu behelligen, solange er das Münster von der Kanonade Freiburgs verschone.

Nach sechs Wochen neigt sich das kriegerische Spektakel ohne weiteren Wortbruch dem Ende zu. Freiburg fällt zum vierten Mal in französische Hände. 

Und  auf dem Lorettoberg über dem Nordportal der Marienkapelle steckt nun schon seit 1744 ein königliches Souvenir. 


7. Jahrhundert der Freiburger Stadtgeschichte festgehalten mit einer Mamiya C330 Professional aus den 1970ern + Standardobjektiv Mamiya-Sekor 2.8/80 auf Ilford HP5 Plus und Kodak Ektar 100



Gipfeltreffen

Kurz vor Weihnachten 1813 steht ein Mann in der Salzstraße auf dem Balkon. Er ist mit zwei weiteren Majestäten verabredet.

Zu dritt jagen sie einem kleinen Korsen hinterher.

In Freiburg wollen sie Napoleons endgültige Niederlage und Europas Restauration vorantreiben.

Preußischer König und russischer Zar lassen noch ein paar Tage auf sich warten, bis auch sie die Freiburger Gesellschaft auf Bällen und Diners beglücken.

Derweil nimmt Kaiser Franz I. die Huldigung Dutzender unter ihm stehender Freiburger entgegen. Sie wünschen ihn sich so sehr als Landesvater zurück.

Für die ihm noch immer treu Ergebenen hat der Habsburger ein makabres Gastgeschenk geschnürt: Er bringt den Tod.

Im Schlepptau der Kriegstreiber trudeln mehr als dreihunderttausend Soldaten ein und beziehen in und um Freiburg herum ihr Winterquartier. Mit der Soldateska halten auch Ruhr und Fleckfieber Einzug und greifen auf die Bevölkerung über.

Der Kriegsrat endet. Die drei Weltenlenker hetzen weiter. Zehntausende bleiben für immer - verscharrt in Massengräbern.





Verfolgungswahn

Anna Schweizerin verlässt Basel und zieht zur falschen Zeit an den falschen Ort.

Dort begegnet sie auf der Straße vor ihrem Haus ab und an dem Henker. Der hat öfter zu tun in ihrem Viertel, wo auch die Diebe und Dirnen wohnen - in der Wolfshöhle. 

Lange drang hier das schaurige Wolfsgeheul von den Schlossberghängen hinüber in die Stadt. 

Wie viel markerschütternder klingt Annas Wehklagen während der peinlichen Befragung!

Sie soll zugeben, den Pakt mit dem Teufel eingegangen zu sein. 

Im Laufe eines diabolischen Prozesses werden ihr Höllenqualen zugefügt, um mit ihrem Geständnis eine barbarische Ermordung zu legitimieren. 

Der Henker fackelt 1546 den Scheiterhaufen an, auf dem Anna bei lebendigem Leibe verbrennt – als erste wegen Hexerei verurteilte Frau in Freiburg. 

Fast 200 Jahre verfinstern die recht- und gottlosen Prozesse die Stadt. 

Ob Folterknechten, Richtern und Henkern je der Gedanke kam, dass sie alle eine Chimäre verfolgen? 

Aber der Teufel begegnet uns doch in jeder erdenklichen Gestalt – ja, auch als streunender Straßenköter.


5. Jahrhundert der Freiburger Stadtgeschichte festgehalten mit einer VEB Zeiss Ikon Ercona II  aus den 1950ern + Tessar 3,5/105 auf Ilford HP5 Plus und Kodak Ektar 100


 

Scholarenprivileg

Nächtliches Krakelen in Freiburgs Gassen. Rivalisierende Gangs wetzen ihre Dolche, Degen und Schwerter.

Handwerksgesellen und Studenten stehen sich unversöhnlich gegenüber. So manche Handgreiflichkeit eskaliert zur Straßenschlacht.

Brave Freiburger fordern drakonische Strafen für pöbelnde Studenten. Der Stadt sind die Hände gebunden.

Mit der Immatrikulation unterliegen Studenten der Akademischen Gerichtsbarkeit. Übeltäter von der Alma Mater sind dem Rektor zu überführen - und der straft seine Schützlinge viel zu milde!

Die Verwaltung der Universität und ihrer vier Fakultäten wird für fast 200 Jahre in einen Gebäudekomplex zusammengeführt, dessen Eingang von 1580 bis Ende des 19. Jahrhunderts dieses Säulenportal schmückt.

Und zu verwalten gibt es neben der Karzerhaft für hochgebildete Flegel zu Genüge. Kriege und Seuchen erzwingen mehrfach eine Auslagerung des Unibetriebs in andere Städte.

Ob die Studenten dort weniger Unsinn getrieben haben? In jeder Stadt gibt es Wein, Weib, Gesang - und Handwerksgesellen.





Abgetrennt

Am Oberlindenplatz sind im Juli 1299 Wurfgeschosse auf den Protzbau der Grafen von Freiburg gerichtet.

Für deren Großmannssucht und Fehdefreudigkeit wollen die Bürger nicht mehr die Zeche zahlen.

Dem Stadtherrn Egino II. eilt sein Schwager Konrad III. von Lichtenberg zu Hilfe. Der gefürchtete Feldherr und Straßburger Bischof wird von Freiburger Truppen östlich des Dorfes Betzenhausen gestellt - und tödlich verwundet.

Sein Bruder folgt ihm auf den Bischofsstuhl - er verzichtet auf Rache.

Federführend ebnet Friedrich I. von Lichtenberg in einem Schiedsverfahren den Weg zur gewaltlosen Beilegung der bestehenden und zukünftigen Konflikte zwischen den Grafen und Bürgern von Freiburg.

Wo der schwertschwingende Oberhirte fiel, wird ein Kreuz errichtet. Sein rechter Arm ist abgetrennt, vom Namen übrig geblieben: von Lichtenberg.

Vor der Kirche St. Albert verwittert eine Kopie, das Original steht zum Schutz vor weiteren Verfall im Kirchenraum.

Zwei Bischöfe - zwei Kreuze. Aber welches welchem Bruder gebührt, liegt auf der Hand - oder?


2. Jahrhundert der Freiburger Stadtgeschichte festgehalten mit einer Rolleiflex K1 Modell 612 aus den 1920ern + Tessar 3,8/75 auf Fuji Pro 400 H





Aufschwung

Im Westen von Freiburg werden Parzellen mit 100 mal 50 Fuß abgesteckt.

Kaufleute sollen sich hier niederlassen und auf der Großen Gass ihren Markt abhalten.

Konrad I. nimmt sich 1120 die Freiheit, Freiburg das Marktrecht zu verleihen - ein allein Königen zustehendes Recht.

Die Zähringer geben den Freiburgern weitgehende wirtschaftliche Freiheiten. Sie sollen sie zu beider Nutzen nutzen.

Die Rechnung geht auf: Mit den Silberadern der Schwarzwaldberge im Rücken erleben Freiburg und die Zähringer den erhofften Aufschwung.

Wer sich Konrad I. von Zähringen auf dem Weg nach oben in den Weg stellt, bekommt seine Sporen zu spüren - als Freiburger Stadtherr wie als Rektor von Burgund.

Sein Enkel Berthold V. kommt beinahe ganz oben an. Ihm wird die Königskrone angetragen. Er aber verzichtet. Mit seinem Tod im Jahre 1218 endet die Dynastie.

Müssen Freiburger im Herzen ihrer Stadt den Zähringern mit einem militanten Reiter auf seinem hohen Roß als Gründer und Herren Freiburgs huldigen oder ihn vom Sockel stoßen?

Sicher eine Frage der Weltanschauung. 


1. Jahrhundert der Freiburger Stadtgeschichte festgehalten mit einer Kodak Brownie No. 2 Model C  aus den 1910ern + einer Meniskuslinse auf Kodak T-MAX 100 und Kodak Ektar 100

 


Aufschüttung

Entlang der Freiburger Straßenzüge werden Türen und Fenster zugemauert, Fußböden und Decken nach oben oder unten versetzt. Erdgeschosse sind auf einmal Keller. 

Ein wildes Bauen und Handwerken hält die Freiburger gut ein halbes Jahrhundert nach der Marktgründung auf Trab. 

Die Stadt Freiburg hat sich prächtig entwickelt. Es bedurfte einer sie wirksamer schützenden Mauer.

Menschen und Gewerbe sollen mit einer zuverlässigeren Wasserführung versorgt werden. Dazu wird das Straßenniveau um bis zu drei Meter erhöht. 

Nach der Fertigstellung dieses stadtplanerischen Mammutprojekts folgen Freiburgs Straßen von der Salzstraße aus in Richtung Norden und Westen einem sanften Gefälle – bis zum heutigen Tage unverändert in Höhe und Verlauf. 

Nach wie vor sind die Fassadensockel rechts höher als links. Und umgekehrt - auf der gegenüberliegenden Straßenseite. 

Ob alle Freiburger dies stolz als ingenieurtechnische Meisterleistung oder manche auch als herzöglich angeordneten Willkürakt angesehen haben?   

Sicher eine Frage der Perspektive.





Lebensader

Es war einmal ein Wässerchen auserkoren, eine Stadt mit allem zu versorgen, damit ihre Bewohner glücklich und in Frieden zusammenleben.

Berge erhoben, Täler senkten sich. Meere kamen und gingen. Die Erde spuckte Feuer und Gletscher sorgten für den Feinschliff. Und endlich vereinigten sich hier die Bäche zu Dir - unserer Dreisam.

Du zwängst Dich zwischen zwei steile Hänge hindurch und hast dort einen Schwemmkegel aufgetürmt, damit die Stadt Freiburg erbaut werden konnte.

Dank Dir füllten Fische hungrige Bäuche, wuchs Weizen auf Wiesen und Wild in Wäldern. Du brachtest Mühlen zum Klappern und gabst Bauern wie Handwerkern den Takt für ihre Arbeit vor. Was dem Mensch zum Glück fehlte, schaffte er auf den Wegen entlang Deiner Ufer von Nah und Fern herbei. Damit der Handel erblühe, baute er Brücken. Aber der Handel brauchte auch Händel - und Köpfe rollten an Deine Ufer.

Du aber bist immer die Lebensader Freiburgs geblieben und wolltest nur Glück und Frieden bringen - und wenn Du nicht gerade Mal wieder ausgetrocknet bist, dann fließt Du auch noch morgen.


Zeit vor der Freiburger Markt- und Stadtgründung festgehalten mit der Lochkamera RealitySoSubtle 6x6F von James Guerin, Brenn- bzw. Bildweite 24mm, Lochdurchmesser 0,18mm auf Fuji Neopan Acros 100



Vorschau auf die nächsten Bilder - bald schon mit der passenden Geschichte versehen - wer immer gleich informiert sein will, wenn die nächste Geschichte geschrieben und endlich zu lesen ist, folgt auf instagram @30xfreiburgx30



Steinquader - eine Danksagung an das Zähringergeschlecht


Zeit vor der Freiburger Markt- und Stadtgründung festgehalten mit der Lochkamera "BlackForestBox" Marke: Eigenbau, Brenn- bzw. Bildweite 35mm, Lochdurchmesser 0,22mm auf Fuji Provia F 100




Angeschlossen - eine Würdigung der Bächle in Freiburg


2. Jahrhundert der Freiburger Stadtgeschichte festgehalten mit einer Rolleiflex K1 Modell 612 aus den 1920ern + Tessar 3,8/75 auf Rollei RPX 400




Himmel - ein Hohelied auf die Fertigstellung des Münsterturms von 1330


3. Jahrhundert der Freiburger Stadtgeschichte festgehalten mit einer Kodak Junior 620 aus den 1930ern + Kodak-Anastigmat 7,7/10,5 auf Kodak TRI-X 400 und Cinestill 50D



Hölle - ein Klagelied zum Pogrom von 1349




 

Unistifter - eine Betrachtung zur Gründung der Freiburger Universität und den Motiven des Stifters Erzherzog Albrecht VI. und seiner Frau


4. Jahrhundert der Freiburger Stadtgeschichte festgehalten mit einer GOMZ Komsomolec  aus den 1940ern + T22 6,3/75 auf Kodak T-MAX 100 und Fuji Pro 400 H



Zechpreller - eine Betrachtung zum Reichstag zu Freiburg und seinen Nachwirkungen für König Maximilian und seine Frau





Unten - ein Trauerlied zur Schlacht bei Freiburg im Jahre 1644


6. Jahrhundert der Freiburger Stadtgeschichte festgehalten mit einer Hasselblad 500C aus den 1960ern + Carl Zeiss Planar 2,8/80 auf Ilford Pan F Plus und Kodak Ektachrome E100



Oben - eine Reminiszenz an den Festungsbau von Sébastien le Prestre de Vauban im Jahre 1677



 


Exekution - eine Hommage an Maximilian Dortu, der nach dem Ende der Badischen Revolution für seinen Freiheitskampf wie zwei seiner Kameraden auf dem Wiehremer Friedhof hingerichtet wurde


8. Jahrhundert der Freiburger Stadtgeschichte festgehalten mit einer Pentacon Six TL  aus den 1980ern + Biometar 2,8/80 auf Kodak T-MAX 100 und Fuji Velvia 50




Emanzipation - eine Femmage an Johanna Kappes, die an der Freiburger Universität wie vier Kommilitoninnen als Gasthörerin Medizin studierte und als erste Frau im Deutschen Reich immatrikuliert wurde 



Weil es soviel Spaß gemacht hat - oder: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

Je weiter 30xFreiburgx30 vorangeschritten ist und je näher die letzte Aufnahme rückte, desto klarer wurde, daß in Freiburg viel zu viele schöne Motive auf der Straße liegen, als daß die Vielfalt und Schönheit dieser liebenswerten Stadt und ihre wechselvolle Geschichte in 20 Bildern und 20 Geschichten auch nur ansatzweise so widergespiegelt werden könnte, daß es ihr gerecht wird.

Bei der Auswahl der Motive konnten Bilder nicht aufgenommen werden, die für den ein oder anderen schöner gewesen wären als die hier gezeigten, aber nicht zur erzählten Geschichte paßten. Manchmal konnten Geschichten nicht erzählt werden, weil das passende Bild nicht annähernd so schön gewesen wäre wie die hier zu sehenden. Und es kam auch vor, daß einfach keine Reste mehr im Stadtbild vorhanden waren, die sinnbildlich für eine Geschichte hätten stehen können. Leider konnten auch so viele Menschen nicht in Wort und Bild gewürdigt werden, die in Freiburg und Freiburgern so nachhaltige Eindrücke hinterlassen haben, daß sie nicht selten bis heute noch fortwirken und daher nicht unerwähnt bleiben sollten.

Deshalb ist die Frage, wie es mit 30xFreiburgx30 weiter geht, wenn hier alle 20 Bilder zu sehen und alle 20 Geschichten zu lesen sind, längst beantwortet: Es geht einfach immer weiter - 30x30=900. Es werden 900 Bilder von Freiburg aufgenommen, alle können im Format 30x30 erworben werden - und immer steckt ein schönes Stück Freiburg drin und eine erzählenswerte Geschichte dahinter.

Bis alle 900 Bilder gemacht sind, werden Jahre vergehen - vielleicht sogar ein paar Dutzend. Und das wäre auch schön so. Denn dann können unsere Kinder und Kindeskinder mit ihren Freunden und Freundinnen aus Freiburg und seinen Partnerstädten aus aller Welt die Geschichten irgendwann nahtlos fortschreiben und die Bilder aus ihren Perspektiven aufnehmen und verewigen. Mit welchen Worten sie dann ihre denk- und erinnerungswürdigen Geschichten erzählen. Mit welchen Kameras sie die Motive ablichten, das werden sie dann ebenso selbst entscheiden wie das Format, das sie dann dafür wählen wollen - und das ist auch gut so. Wir können den uns folgenden Generationen keine Vorgaben machen, wie sie unsere Werke forsetzen, wir können ihnen nur etwas vorleben, das sie sich zum Vorbild nehmen - oder eben auch nicht.

Wenn ich ihnen aber eines mit auf den Weg geben darf: Die Grundlage von allem sind Mitmenschlichkeit und die Liebe. Ohne sie ist alles nichts. Wenn ein Gemeinwesen darauf nicht mehr beruht, wird es im Wesentlichen sehr gemein. Hört auf Euer Herz, helft einander - seid's a Mensch,  wo und wann immer Ihr nur könnt.

Wer weiß, was wird - wenn es sein soll, stehen zum 1.000-jährigen Stadtjubiläum irgendwo in einem großen Raum mitten in Freiburg 1.000 Bilder und 1.000 Geschichten. Und sie alle können von allen Freiburgern betrachtet und gelesen werden.

Klingt wie eine Unendliche Fantastische Geschichte?

Zu einer solchen darf sich 30xFreiburgx30 nun auch weiterentwickeln - denn es macht unendlich viel Spaß und fantastische Freude, die Bilder von Freiburg aufzunehmen und die Geschichten über Freiburg zu erzählen. Probieren Sie es doch selbst mal aus - mit Ihren Freunden, Ihrer Familie oder mit mir zusammen - ich unterstütze Sie gerne dabei, Ihr eigenes kleines Stück Freiburger Geschichte aufzunehmen und zu schreiben.

Und nun endlich das Allerwichtigste wie immer erst ganz zum Schluß:

Unendlichen Dank an alle für ihre mit Geld und Gold nicht aufzuwiegende fantastische Unterstützung - ohne Euch gäbe es 30xFreiburgx30 nicht - ich werde es Euch nie vergessen!

Euer Marian.