30xFreiburgx30
Bilder&Geschichten über 900 Jahre Freiburg

Die Kameras

und ihre Geschichten

 

Wer immer sofort informiert werden will, sobald eine neue Geschichte über eine der Kameras verfaßt und hier zu lesen ist, folgt auf instagram @30xfreiburgx30 - wer die Kameras einfach nur in Ruhe anschauen will, bekommt sie hier alle zu Gesicht - und wer sich an den Kameras nicht satt sehen will, kann sie alle - en bloc - käuflich erwerben. Die 20 Bilder und 20 Geschichten über  900 Jahre Freiburg gibt es dann oben drauf. Der Kaufpreis sollte das hergeben.

Die 11 Kameras wechseln den Eigentümer vorzugsweise an einen neuen Enthusiasten, der die Kameras der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen will. Im Idealfall werden sie weiter dazu benutzt, wofür sie erschaffen wurden und dürfen das machen, was sie am besten können: Licht sammeln, festhalten und verewigen.

Und eins steht fest: Sie alle sind viel zu schön, um hinter verschlossenen Türen in einer Vitrine zu verstauben!


RealitySoSubtle 6x6F


Für jedes Jahrhundert der Freiburger Stadtgeschichte nehme ich jeweils zwei historische Motive mit einer Mittelformatkamera aus einem Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts auf.

Und die Motive für den Zeitraum bis zur Stadtgründung fotografiere ich mit einer Lochkamera - die Camera Obscura ist zeitlos, sie steht für den Ursprung der Fotografie und die beiden ersten Motive behandeln die Entstehung Freiburgs: Paßt - aber es gibt viele gute Lochkameras und alle haben ein rund wie es runder nicht geht gelasertes Loch für zuverlässig scharfe unscharfe Fotos - welche soll‘s also sein?

Bei der Entscheidung habe ich mich auf die Empfehlung von Zeb Andrews auf der homepage www.aupremierplan.fr verlassen.

Eine Kamera, die für ihn gut genug ist, kann für mich nicht schlecht sein, dachte ich. Und kurzum: Ich bin auch ein Fan von James Guerin und seiner Arbeit geworden!

Die RealitySoSubtle 6x6F beschreibe ich gerne als High-Tech-Lochkamera.

Das Gehäuse ist hochpräzise verarbeitet und hält den Rollfilm in einer geradezu vorbildlichen Planlage. Wasserwaage, Stativgewinde, eingravierte Sichtlinien zum Abschätzen des Aufnahmeformats und ein Magnetschnappverschluss für verwacklungsfreie Aufnahmen machen die Arbeit mit der RealitySoSubtle 6x6F sehr komfortabel.

Puristen des Lichtsammelns mit Löchern mag diese Präzision zu weit gehen – wer zuverlässig zauberhaft schöne Bilder aufnehmen will, erhält dafür aus der Werkstatt von James Guerin ein verläßliches Werkzeug zur Hand.

Und das Beste an der RealitySoSubtle 6x6F: Das F steht für Filter - die können aufgeschraubt werden – ich freue mich schon auf die ersten Aufnahmen mit einem Infrarotfilter.

Wer eine Lochkamera mal selbst gebaut hat, kann nur den allergrößten Respekt vor der Arbeit von James Guerin haben.

Für das Bild „Steinquader“ von der Zähringer Burg mußte ich eine Lochkamera selbst bauen - warum? Das erzähle ich Euch in der nächsten Geschichte zur „BlackForestBox“.

Ach ja, und für mich ist James Guerin ein Genie!



BlackForestBox


Da stand ich nun schon auf, vor und hinter der Zähringer Burg. Habe sie mehrfach umrundet auf der Suche nach dem besten Blick auf den Burgfried - und dann fällt es mir beim Einschlafen wie Schuppen vor die Augen: Ich nehme den Turm nicht von unten auf, ich gehe auf Augenhöhe zu  ihm hoch. Die Kamera packe ich auf eine Dachlatte und mache von außen ein Bild von der Zähringer Burg - mit einer Lochkameradrohne!


Aber dann die erste ernüchternde Erkenntnis bei Tageslicht am Frühstückstisch: Da brauche ich ja einen ganz schön langen Drahtauslöser. Ich kann mich ja nicht so weit aus der Burg rauslehnen und den Auslöser mit der Hand bedienen.


Und dann der zweite Zweifel: Ich habe ja gar keine Lochkamera mit einem Anschluß für Drahtauslöser. 


Was mache ich jetzt? 


Ist doch klar, selbst eine Lochkamera bauen - eine mit Drahtauslöseranschluß.


Bauanleitungen für Lochkameras gibt es genug - ich setze mein Vertrauen auf das Standardwerk „die Lochkamera - Funktion und Selbstbau“ vom Guru des Lochkamerabaus: Peter Olpe.


Für das Innenteil verwende ich Sperrholz und Karton. Das Kameragehäuse besteht aus schwarzem Tonpapier, das an den Ecken und Kanten mit Isolierband lichtdicht verklebt ist.
 Ansonsten steckt in der Kamera viel Holzleim, noch mehr mattschwarzer Schultafellack und reichlich Schaumstoff für Kameradichtungen.
 Und vorne prangt das Sahnehäubchen: Ein Verschluß mit Drahtauslöseranschluß! 


Statt durch ein Objektiv strahlt das Licht durch eine Lochblende, gefertigt vom Guru des runder als rund gelaserten Lochs: Paul Koza.


Und - hat sich der Aufwand gelohnt? 


Ja! Die Freude ist grenzenlos, als ich den entwickelten Diafilm sehe und auf der Luftaufnahme von der Zähringer Burg diese deutlich wiedererkennen kann.
 Seit dem Bau der BlackForestBox ziehe ich den Hut vor allen Kamerakonstrukteuren - und empfinde tiefe Dankbarkeit für jede funktionierende Kamera.


Ach ja, und der BlackForestBox verdanke ich, daß statt 10 ganze 11 Kameras für 20 Motive 20 Bilder und 20 Geschichten über 900 Jahre Freiburg zusammengekommen sind: Paßt.



Kodak Brownie No. 2 Model C



Rolleiflex K1 Modell 612



Kodak Junior 620



GOMZ Komsomolec



VEB Zeiss Ikon Ercona II



Hasselblad 500C



Mamiya C330 Professional



Pentacon Six TL



Kiev 88